Pferdefleisch Skandal

 

Und wieder wird Deutschland von einem neuen Lebensmittelskandal heimgesucht. Dieses Mal wurde billiges Pferdefleisch hochwertigem Rindfleisch beigemengt und als 100 % reines Rindfleisch ausgelobt. Der Pferdefleisch-Skandal hat mittlerweile nicht nur Supermarkt-Ketten, sondern neben kleineren Fertigmahlzeit-Hersteller, die u.U. für hohe Qualität stehen, auch Lebensmittel-Weltmarktführer wie Nestlé erreicht. Auch berühmte Gastronomen sind mittlerweile von dem Skandal betroffen und erfahren, dass nicht als Rindfleisch war, das als Rindfleisch vom Zulieferer deklariert wurde.

 Wie kommuniziert man nun offen und aufrichtig mit seinen Kunden bzw. Gästen. Hier ist zu beachten, dass Verbraucher und auch Restaurantgäste uneingeschränkte Transparenz und Ehrlichkeit erwarten. Ein Zurückhalten von Informationen wird ebenso wenig goutiert, wie Halbwahrheiten weiterzugeben.

Darüber hinaus sollten Unternehmen nicht nur extern kommunizieren, sondern auch darauf achten, dass alle Mitarbeiter über den aktuellen Stand des Skandals und den internen Untersuchungen informiert sind. Ein professioneller Umgang mit einem Skandal wie der im aktuellen Fall erfordert immer einen 360 Aktionsplan.

 Ein umfassender Aktionsplan könnte daher folgendermaßen aussehen:

1.       Fordern Sie von Ihren Rindfleischlieferanten eine Unbedenklichkeitsbescheinigung bzw. Zertifikate an, die bestätigen, dass es sich bei der gelieferten Rohware um 100 % Rindfleisch handelt.

2.       Darüber hinaus sollten Sie von Ihren Zulieferbetrieben eigene Tests und die Vorlage der Testergebnisse verlangen. Es liegt durchaus im Sinne Ihrer Lieferanten selbständig Tests durchzuführen und nach Spuren von Pferde-DNA im Rindfleisch zu suchen. Wie Sie, ist auch Ihr Lieferant i.A. an einer lückenhaften Aufklärung interessiert. Umso mehr, wenn er Sie als Kunde nicht verlieren möchte und weiterhin die gute Partnerschaft aufrecht erhalten möchte. Hier geht es nicht nur um viel Geld, sondern auch um die Reputation, die letztendlich auf der Strecke bleiben kann.

3.       Informieren Sie nicht nur die leitenden Angestellten und / oder Geschäftsführung in Ihrem Unternehmen, sondern auch alle anderen Mitarbeiter. Es essentiell, dass jeder Angestellter zu jeder Zeit über den aktuellen Stand der Entwicklungen informiert ist. Dies gilt umso mehr, wenn dieser Mitarbeiter Kontakt zu Kunden oder Gästen hat. Ihr Servicepersonal muss in der Lage sein, jederzeit akkurat auf Verbraucherfragen Auskunft geben zu können. Tun sie dies nicht, erwecken sie und damit Ihre Firma, schnell den Anschein, dass Sie etwas zu vertuschen haben. Natürlich wirkt dies auch wenig professionell, was Sie sich in einem immer größeren Wettbewerbsumfeld nicht leisten können.

4.       Wenn nun Spuren von Pferde-DNA in Ihren Produkten gefunden worden sein sollten, starten Sie unverzüglich gemeinsam mit Ihren Lieferanten eine Rückholaktion. Auch wenn der gefundene Wert noch zu gering sein mag, stellen Sie sicher, dass kein falsch deklariertes Fleisch den Verbraucher oder Ihre Gäste erreicht.

5.       Kommunizieren Sie darüber offen und ehrlich mit Ihren Kunden. Nutzen Sie dazu alle Ihnen zur Verfügung stehenden Kommunikationswege: Ihre Homepage, Facebook-Page, Twitter, Newsletter und auch im Restaurant oder Laden mit Postern oder anderen professionell gestalteten Materialien. Denken Sie daran, Sie wollen Vertrauen bei Ihren Gästen schaffen und Sie wollen sie als Kunden behalten. Dafür ist es erforderlich, dass Sie Ihren Kunden zeigen, dass Sie sich kümmern und bereits geeignete Maßnahmen getroffen haben, um abzuklären, ob auch Sie von dem Skandal betroffen sind.

6.       Unternehmens können Sie mit lokalen Presseanfragen konfrontiert werden. Beachten Sie, dass der anfragende Journalist nicht Ihr Feind ist, sondern Ihnen dabei hilft, Ihre aktuellen Nachrichten zu diesem Thema an eine breite Öffentlichkeit zu transportieren. Sie sollten die Chance für sich nutzen und entweder mit einer professionellen, von einem Kommunikationsprofi entwickelten Stellungnahme antworten oder telefonisch Auskunft geben können.

 Wenn Sie alle diese Punkte beachten, erhalten Sie das Vertrauen bei Ihren Gästen und Kunden. Auch negative finanzielle Auswirkungen halten sich in Grenzen. Viel mehr werden Sie langfristig mit einer offenen Strategie Erfolg haben, denn langfristig zahlen Sie mit diesen Maßnahmen-Katalog auf Ihr Image-Konto ein. Und letztendlich ist dies bares Geld für Sie und Ihrem Unternehmen.

 Lassen Sie sich am besten von einem PR-Profi beraten. Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Auch wenn Sie Interesse an einem individuellen auf Sie angepasstes Konzept haben sollten.

 Und bedenken Sie, dies ist nicht der erste Lebensmittelskandal und es wird auch nicht der letzte sein. Der nächste wird mit Sicherheit nicht lange auf sich warten lassen. Seien Sie also gut vorbereitet bzw. holen Sie sich frühzeitig fachmännische Unterstützung.